Mein erstes Quartal als Trader

Mein erstes Quartal als Trader
Foto von Nick Chong auf Unsplash

Anfang 2026 habe ich beschlossen, aktiv mein Geld an der Börse anzulegen. Nicht mehr nur zusehen, wie sich Stück für Stück etwas im Welt-ETF tut – sondern selbst ran. Kein großes Kapital, kostenlose Tools, nur das, was ich monatlich auf die Seite legen kann. Einfach anfangen, aktiv am Markt zu lernen und alles dokumentieren. Genau dafür ist dieser Blog da.

Damit du als Leser direkt weißt, wo ich stehe: Hier ist mein komplettes erstes Quartal – ungeschönt.


Januar – der Anfang

Drei Käufe, die ich mir herausgesucht hatte. Ich habe mir Sony Group in zwei Tranchen in Depot gelegt (Durchschnitt ~18.50€) und dazu Tokyo Electric Power zu 3,09€

Die Idee dahinter: japanische Werte, die laut meinem Plan einen niedriger RSI und einen großen Abstand zum EMA 25 hatten – und damit als unterbewertet galten. Ob das stimmte, sollte ich im Februar erfahren.

Lernmoment: Ich hatte keine klare Exit-Strategie. Ich habe einfach gekauft – und dann geschaut, was passiert.


Februar – der aktivste Monat

Februar war etwas chaotisch, aber lehrreich. Neun Trades in einem Monat – Käufe und Verkäufe bunt gemischt.

Das Gute zuerst: Sony lief in die richtige Richtung, ich habe mit einem kleinen Plus verkauft (~+2,7%). Tokyo Electric Power ebenfalls – auch im Plus (~+9,7%). Dazu meinen schon länger nicht mehr besparten Vanguard FTSE All-World ETF aufgelöst, was mir nochmals etwas Kapital gebracht hat.

Gleichzeitig habe ich im Februar drei neue Positionen aufgebaut:
Recruit Holdings (jap. HR-Unternehmen das ich für strukturell stark halte), Bechtle (deutsches IT-Systemhaus – mein erstes deutsches Investment) und Olympus Co (jap. Medizintechnikkonzern).

Lernmoment: Mehr Trades bedeuten auch mehr, was gleichzeitig überwacht werden will. Den Überblick beim Kaufen und Verkaufen zu behalten ist anspruchsvoller als gedacht. Dafür bin ich jetzt breiter gestreut – und hoffe auf ein kontrollierteres Depotwachstum.


März – hoch geflogen und tief gestürzt

Recruit Holdings habe ich nach knapp drei Wochen Haltedauer verkauft – und das ist mein bisher bester Trade: Der Kurs lief von 34,42€ auf 37,89€ (~+10,1%). Sauber rein, sauber raus.

Dann Bechtle. Das ist meine bisher größte Lektion.

Ich habe im Februar zu ~33€ gekauft, danach nochmals zu ~31,60€ nachgekauft – und letztlich alle Anteile zu 26,00€ verkauft (~-19,4%). Aufgrund schlechter News ist der Kurs an einem einzigen Tag um
ca. 20% eingebrochen. Ich habe den Verlust lieber realisiert, als darauf zu warten, ob sich der Kurs schnell wieder erholt.

Lernmoment: Nachkaufen bei fallenden Kursen ohne neue Erkenntnisse ist keine Strategie – das ist Hoffnung. Und Hoffnung allein ist kein Trade-Plan für sich.


Der aktuelle Stand

Mein Depot sieht heute so aus:

Offene Position: Olympus Co. Die Position ist diese Woche von
rund -10% auf aktuell -2,88% geschrumpft. Die Frage, wann ich endlich aussteige, da ich entgegen meiner geplanten Struktur schon zu lange daran hänge, wird vermutlich Thema in einem meiner nächsten Posts.

Realisierte P&L: Aktuell ein kleines Minus – was hauptsächlich auf Bechtle zurückgeht. Ohne diesen einen Fehltrade wäre ich im Plus.
Wie ich bei Olympus rauskomme, bleibt abzuwarten.


Was ich bisher gelernt habe?

Drei Monate, 15 Transaktionen, eine menge Bildschirmzeit. Was bleibt:

Erstens: Ein Trade braucht einen Plan – Einstieg, Ziel, Ausstieg. Alles andere ist Glückspiel.

Zweitens: Japan lief bisher besser als Deutschland. Ob das Zufall ist oder ich den japanischen Markt besser lesen kann, kann ich noch nicht sagen.

Drittens: Der Verlust tut weh – aber er lehrt mehr als jeder Gewinn.


Was kommt als nächstes?

Der ausstieg aus Olympus werde ich wahrscheinlich als nächstes dokumentieren. Außerdem schaue ich mir neue mögliche Trade-Kandidaten an – noch nichts Spruchreifes, aber ich werde es dann teilen.

Wenn Ihr selbst tradet: Was war euer größter Lernmoment im ersten Jahr? Nutzt gerne die Kommentarfunktion – mich interessiert, ob andere ähnliche Fehler gemacht haben.


Disclaimer: Das hier ist keine Anlageberatung, sondern ein persönliches Lernlogbuch. Alle Zahlen beziehen sich auf mein echtes Depot.

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